Dienstag, 02 März 2021 08:31

Coronaimpfung für Ausländer in Spanien (AKTUALISIERT) Empfehlung

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Nach zwei widersprüchlichen Presseberichten, haben wir am Dienstag, den 02.03.2021 (Stand dieses Artikels) mit den zuständigen Behörden gesprochen, um zu klären, wie die Voraussetzungen für eine Corona-Impfung an Ausländer in Spanien ist.

Problematisch sind leider teilweise widersprüchliche Aussagen von Behörden und nicht ganz durchgedrungene Kommunikation bis in die Gesundheitszentren.

Kann ich mich gegen Corona in Spanien Impfen lassen?

Diese Frage stellen sich derzeit viele in Spanien lebende Ausländer. Prinzipiell kann man die Frage mit ja beantworten, jedoch gibt es ein paar Voraussetzungen.

Zum einen gibt es eine in der Presse veröffentlichte Auskunft des Servicio Andaluz de Salud (SAS), demnach werden nur diejendigen geimpft, die über das staatliche spanische Gesundheitssystem krankenversichert sind. Also in der Seguridad Social gemeldet sind und dirt auch ihre Beiträge zahlen, bzw. als Familienmitglied mitversichert sind oder als Rentner via S1 Formular versichert sind.

Die Impfstoffe werden derzeit in Spanien ausschliesslich vom öffentlichen Gesundheitssystem verwaltet, private Versicherer haben keinen Zugang zu den Impfstoffen und können auch nicht Impfen.

Wie eingangs geschrieben, haben wir uns alerdings weiter informiert und mit allen zuständigen Stellen gesprochen. Final muss man sagen, dass die obige Antwort nicht korrekt ist, bwz. nicht vollständig. Denn neben der obigen Voraussetzung, im spanischen Gesundheitssystem angemeldet zu sein, gibt es folgende weitere Möglichkeiten:

Ein in Spanien lebender Ausländer, der nicht in das Ausländer-Zentralregister eingetragen ist, also keine "grüne NIE/Resindencia" besitzt, und folglich auch nicht über das spanische Gesundheitssystem Krankenversichert ist, kann dennoch in Spanien geimpft werden, wenn er/sie folgendes erfüllt:

Angemeldet (Empadronado) im Rathaus seines Wohnorts und im Besitz einer europäischen Krankenversicherungskarte. Wenn Sie diese beiden Dinge haben, so können Sie sich im zuständigen Gesundheitszentrum Ihres Wohnorts temporär anmelden und werden ebenfalls geimpft, sobald Sie gemäss spanischem Impfplan an der Reihe sind.

oder

Bei einer spanischen privaten Krankenversicherung versichert ist. In diesem Falle werden die Kontaktdaten direkt von der spanischen Krankenversicherung an das staatliche Gesundheitssystem gemeldet. (So soll es zumindest funktioneren, ob dies in der Praxis auch tatsächlich funktionieren wird bleibt abzuwarten).

 

Für Menschen die keinerlei Krankenversicherung haben (weder in Spanien, noch in einem anderen Land): Diese Personen sollten sich an das zuständige Gesundheitszentrum Ihres Wohnorts wenden um eine Lösung zu finden.

Was bedeutet das nun für mich, wenn ich in Spanien lebe?

Alle die in Spanien leben, als Ausländer im Zentralregister eingetragen sind (Certificado de registro de ciudadano de la union = grüne Papierkarte mit der NIE (auch "Residencia" genannt) und in der Seguridad Social angemeldet sind und dort Anspruch auf Krankenversicherung haben, werden sich gemäss dem spanischen Impfplan impfen lassen können. Sie werden automatisch von der Sozialversicherung kontaktiert, entsprechend dem spanischen Impfplan. Für diejenigen, die nicht in Spanien gesetzlich Krankenversichert sind, aber eine der beiden obigen Voraussetzungen erfüllen, empfehlen wir, sich schnellstmöglich beim zuständigen Gesundheitszentrum zu melden.

Was kann ich jetzt machen, um die Voraussetzungen zu erfüllen?

Es sind im Grunde nur wenige administrative Schritte um die Auflagen zu erfüllen. Viele haben Angst davor sich in Spanien als Resident anzumelden, da sie befürchten dadurch Nachteile zu zu erhalten. Vor allem die Fragen zur Besteuerung machen vielen Sorgen. Gerne analysieren wir Ihre individuelle Situation und beraten Sie zu dem Thema. Wir erledigen auch für Sie alle erforderlichen Dinge um in Spanien Anspruch auf Impfung und Krankenversicherung zu haben.

Kontaktieren Sie uns einfach. Senden Sie uns dazu eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bleiben Sie gesund!

Gelesen 369 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 03 März 2021 08:50

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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Alexandra Dittrich Dienstag, 27 April 2021 11:38 gepostet von Alexandra Dittrich

    Diese klare Zusammenstellung der Informationen hat mir sehr gut geholfen und bestätigt auch z.Tl. meine Erfahrungen.
    Ein großes Problem stellt allerdings immer noch die Versicherungsart dar, da viele meiner Bekannten privat versichert sind (viele davon pensionierte Beamte). Sie sind überwiegend über 70-jährige Residente oder Empadronados. Bei allen Stellen, wie Centros de Salud, Hotlines zur Impfung (012) oder auch Privatärzten, hört man nur, dass eine Impfung nicht möglich ist.
    Das Gobierno de Espana weist darauf hin, dass die gesamte Bevölkerung unabhängig der Nationalität und auch unabhängig von der Versicherungsart geimpft wird. Dies ist in der Praxis hier auf Teneriffa definitiv nicht der Fall. Man wird abgewiesen mit folgenden Argumenten:
    1. Ausländer werden erst ganz am Schluss geimpft (ohne die Risikogruppe zu beachten) - dies wurde in mehreren Centros de Salud so gesagt
    2. Wenn man privat Versicherter ist, kann man die Impfung nicht abrechnen. Bezahlung oder Rechnungsstellung geht nicht
    Das bedeutet in der Praxis, dass auch hochbetagte Residenten nicht in der notwendigen Abfolge geimpft werden, nur weil sie eine private Krankenversicherung in Deutschland haben.
    Falls sie für dieses Problem einen Lösungsvorschlag haben, wäre hier vielen Anwohnern geholfen

  • Kommentar-Link Gaby Guder Dienstag, 02 März 2021 12:45 gepostet von Gaby Guder

    Noch einfacher wäre sich nicht impfen zu lassen.

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